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„Ein Quantensprung für die technische Entwicklung der Schule“

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„Ein Quantensprung für die technische Entwicklung der Schule“

Mit vollem Erfolg ist im Juni am Gymnasium Kenzingen die Medienentwicklungsplan-Gruppe offiziell aufgelöst worden. Das Team zeigte sich in den letzten drei Jahren verantwortlich für großangelegte Digitalisierungsmaßnahmen an der Schule, insbesondere für die Anwendung der Fördermittel aus dem „Digitalpakt Schule“ der Bundesregierung.
2018 kam es durch Ralf Seggering, der an der Schule Mathematik und Erdkunde unterrichtet, die Abteilung Mediendigitalisierung leitet und Mitglied der Schulleitung ist, zur Gründung der MEP-Gruppe, nachdem er sich im Lehrer-Kollegium nach Freiwilligen umgehört hatte. Neben Seggering als Leitender selbst fanden sich Konrektor Nikolaus Gündel, Matthias Beck (u.a. verantwortlich für das Schulnetz), Jonas Schibura (AV Medien), Ingo Bertsche, Isabel Faller, Felix Kietz sowie Ina Meyer zusammen. Später betreute neben Schibura zudem Daniel Turkalj als Außenstehender ebenfalls die AV-Medien-Abteilung.
Die Ankündigung des Digitalpakts, Digitalisierung an Schulen mit insgesamt 5 Milliarden Euro zu fördern, war damals zwar bereits vorherzusehen gewesen, hatte aber noch nicht offiziell stattgefunden. „Kein Geld ohne Konzept“, wussten Seggering und sein Team, die mit ihrem Medienentwicklungsplan frühzeitig einen Antrag stellten und sich einen fast einjährigen Vorsprung gegenüber vielen anderen Schulen in Deutschland verschaffen konnten. Auch die enge Zusammenarbeit mit dem Landesmedienzentrum und dem Schulträger Stadt Kenzingen erwiesen sich hierbei als effektiv. Das Gymnasium Kenzingen zählte dadurch zu den ersten Schulen bundesweit, die vom Digitalpakt profitierten.
Auf eine Ist-Stand-Erhebung anhand von einer Online-Kollegiumsbefragung und Hausbegehungen folgte eine umfängliche Soll-Stand-Erhebung, resultierend aus weiteren Fragebögen, Messe- und Schulbesuchen sowie aus den Anforderungen des Bildungsplans. Die Veranstaltung „Werkstatt Schule“ im Mai 2019 mit einigen Schülern und Eltern brachte darüber hinaus zu Tage, dass es nicht wünschenswert sei, eine reine „iPad-Schule“ zu werden. Stattdessen wurde beschlossen, die Fördermittel fundiert zu verwenden und sich nicht auf den Einkauf von mobilen Endgeräten zu beschränken. So wurden für die verschiedenen Fachschaften des Gymnasiums jeweils individuelle Maßnahmen festgelegt; die Musikräume etwa sollten in erster Linie durch Umbauten ein völlig neues Soundpotential zur Verfügung gestellt bekommen.
Für die Umsetzung des Plans erwiesen sich zunächst erhebliche und teure Elektro-Arbeiten als notwendig, da etwa mehrere Kabel (um-)verlegt werden mussten. Auch im Bereich des Schulnetzes wurden hohe Investitionen fällig. Als zentral erwies sich jedoch die enge Zusammenarbeit mit der Firma Schultech, die ihre eigens kreierten und patentierten Medientische in den Klassenzimmern installierten. Insgesamt entstanden so Kosten von 500.000 Euro.
Mit Beginn der Corona-Pandemie und der Notwendigkeit des Homeschoolings wurden die digitalen Ansprüche an die Schule auf einmal umso dringender. Dank des Voranschreitens des MEP konnte diese Herausforderung insgesamt größtenteils gemeistert werden: Ein „Sofortausstattungsprogramm“, aus fünf iPad-Koffern bestehend, versorgte Teile der Lehrer- und Schülerschaft mit digitalen Endgeräten, die anfangs von zu Hause aus und mittlerweile auch im Präsenzunterricht genutzt werden können. Die Möglichkeit, Videokonferenzen mit mobilen Endgeräten durchführen und Unterrichtsmaterialien digital teilen zu können erleichterten zudem den Wechselunterricht, bei dem Schüler zugleich vor Ort als auch zu Hause unterrichtet werden mussten. Die parallel zum MEP verlaufende Einrichtung eines 1 GB-Glasfaser-Anschluss war eine zusätzliche Unterstützung in der Pandemie.
Der Medienentwicklungsplan hat dem Gymnasium einen großen technischen Fortschritt beschert, auch gegenüber anderen Schulen. Während noch 2008 drei Medienwägen als technisches Highlight galten, können nun weit größere digitale Kompetenzen vorgewiesen werden: Die Medientische der Firma Schultech, die in über 50 Klassenzimmern zu finden sind und u.a. über eingebaute Laptops und Dokumentenkameras verfügen, ermöglichen den Lehrern neuartige Präsentationsmöglichkeiten ihrer Unterrichtsinhalte. Laser-Beamer an der Decke, Lautsprecher an den Wänden und Funktionen wie Apple-TV oder Miracast ergänzen diese neue digitale Ausrüstung des Gymnasiums. Auch das Arbeiten mit mobilen Endgeräten, z.B. mit den ebenfalls neuen, schuleigenen iPads oder mit Schüler-Smartphones, ist nun einfacher. Entscheidend ist aber auch, dass die Technik nun einen einheitlichen Standard aufweist, sodass Lehrer nicht länger mit unterschiedlichen Bedienungsanforderungen konfrontiert sind. „Ein Quantensprung für die technische Entwicklung an der Schule“, bilanziert Seggering.
Trotz allem stellt der erfolgreiche Abschluss des Medienentwicklungsplans keineswegs das Ende der technisch-digitalen Erweiterung am Gymnasium Kenzingen dar. Im Gegenteil: Für September, in dem das neue Schuljahr beginnen wird, plant Ralf Seggering die Gründung eines MEP 2.0 und hofft erneut auf viele Freiwillige aus dem Kollegium. Konkrete Prioritäten und Zielsetzungen sollen erst gemeinsam vom neuen Team, dessen Leitung Seggering abermals übernehmen wird, beschlossen werden, sobald dessen Mitglieder feststehen. Die Ausarbeitung eines Fortbildungskonzept zur digitalen Schulung der Lehrerschaft oder die Organisation von Präventionsprogrammen und Infoveranstaltungen sowohl für Schüler wie deren Eltern über Gefahren im Internet, Cybermobbing und altersgerechte Nutzung der neuen Geräte seien vorstellbare Aufgaben des künftigen Teams. Eine Evaluation der bisherigen Maßnahmen böte sich ebenfalls an, so Seggering. Gesichert scheint dagegen bereits jetzt zu sein, dass auch die neue MEP-Gruppe mehrere Jahre anvisieren wird, um ihre nächsten Aufgaben ebenso erfolgreich umzusetzen.

 

Bericht: Julian Burmeister

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